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KI in der Begabten-Förderung – weder Wundermittel noch Untergang

KI wird in Schulen genutzt. Für hochbegabte Schüler:innen kann sie Katalysator sein – oder weiterer Grund für Frust. Denn: Hochbegabte Kinder und Jugendliche langweilen sich schnell. Wiederholungs-Aufgaben und endlose Übungsblätter auf niedrigem Niveau führen bei ihnen nicht zu mehr Können, sondern zu geistiger Lähmung. Genau hier könnte KI ansetzen – wenn sie klug eingesetzt wird.

„Stattdessen sehe ich in Schulen meist das Gegenteil: KI wird ausprobiert, ohne zu wissen, wie sie funktioniert, welche Gefahren sie birgt und wo ihre Grenzen liegen. Aus meiner Tätigkeit als Lehrkräfte-Fortbildnerin sowie als Teilnehmerin in Workshops weiß ich: Die kritische Auseinandersetzung mit KI findet selten statt. Meist bleibt es bei einem oberflächlichen Blick auf Chancen – Risiken wie Halluzinationen, Abhängigkeiten oder der Verlust von Basis-Kompetenzen bleiben außen vor.“ sagt die Vereinsvorsitzende Susanne Braun-Speck vom sii-talents e.V.

Vertiefung statt Wiederholung

Hochbegabte wollen nicht seitenweise Arbeitsblätter mit Wiederholungsaufgaben ausfüllen, wie es insbesondere in Grundschulen Alltag ist, sondern Zusammenhänge verstehen. KI kann ein Werkzeug sein, das genau das ermöglicht: eigene Fragestellungen entwickeln, komplexe Themen durchdenken, alternative Sichtweisen einnehmen.

Ein Beispiel: Statt Grammatik-Übungen stumpf zu wiederholen, könnten Schüler:innen mit KI Geschichten verfassen, den Sprachstil verändern oder Fakten aus unterschiedlichen Perspektiven darstellen. So lernen sie mehr, als es durch reines Abarbeiten möglich wäre.


Risiken: Halluzinationen und Kompetenzverlust

Doch wer KI kritiklos einsetzt, riskiert Rückschritte.

  • Halluzinationen und Verzerrungen: KI erfindet Inhalte – das wird zu häufig ignoriert und somit Falschwissen (siehe Beitrag dazu auf MediaTeams.de) gelernt. Zudem: Hochbegabte erkennen das oft schneller, aber nicht immer. Das kritische Hinterfragen und Recherchieren muss Teil des Unterrichts sein.
  • Basis-Kompetenzen: Rechtschreibung, Kopfrechnen, Textaufbau und eigenständiges Denken bleiben unverzichtbar. Wer sie an Maschinen delegiert, verliert seine grundlegenden Fähigkeiten – oder erlernt sie gar nicht erst.
  • Unterforderung: KI ersetzt keine langweiligen Pflicht-Übungen und kann Denkarbeit abnehmen – solche, die Hochbegabte gerne leisten. Wenn sie unstrukturiert als besserer „Taschenrechner“ in die Klasse geworfen wird, verstärkt das die Frustration nur.

Lehrkräfte als Schlüsselfaktor

Ob KI Hochbegabte beflügelt oder hemmt, hängt nicht von der Technik ab, sondern von den Lehrkräften. Sie müssen wissen, was KI kann – und was nicht. Genau daran fehlt es oft! Auf MediaTeams.de gibt es einen passenden Workshops dazu (für Gruppen buchbar).

Für Hochbegabte braucht es Wahl-Möglichkeiten. Sie sollten nicht in Wiederholungen gefangen sein, sondern mit KI Vertiefungs-Aufgaben verfolgen dürfen – Recherchen, Projekte, Debatten. Nur so wird aus dem Werkzeug ein Katalysator für (digitales) Lernen, macht es intensiver und eröffnet neue Möglichkeiten.

KI in der Begabten-Förderung ist weder Heilsbringer noch Bedrohung. Sie ist ein Werkzeug – nicht mehr, nicht weniger.

Hochbegabte Schüler:innen können daran wachsen, wenn Schulen sie sinnvoll einsetzen. Bleibt es beim oberflächlichen Gebrauch, entstehen keine Fortschritte – sondern mehr Langeweile und Underachievement.


Mehr dazu? Hier eine vertiefte Recherche (nachträglich durchgeführt; der obige Text ist vorher entstanden!) von ChatGPT dazu. Fragestellung „Gibt es wissenschaftliche Studien zur Wirkung von KI auf kognitive Entwicklung, Motivation oder Underachievement?“ (PDF)

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